1789 Einträge gefunden in der Kategorie Geschichte
- 1819: Peterloo-Massaker in Manchester
- 1820: Revolutionsjahr in Europa und Beginn der Unabhängigkeitsbewegungen in Lateinamerika
- 1821: Untergang des Königreichs Griechenland durch Eingreifen der Heiligen Allianz (Beginn des griechischen Unabhängigkeitskampfs)
- 1830: Julirevolution in Frankreich
- 1848: Revolutionen in Europa („Vormärz“/Revolutionsjahr)
- 1853: Beginn des Krimkriegs
- 1861: Beginn des Amerikanischen Bürgerkriegs
- 1870: Deutsch-Französischer Krieg
- 1893: Aufbruch in die Moderne mit der Erstausgabe des ersten „modernen“ Automobilschlüssels? (Beginn der Elektrotechnik-Boomphase in der Industrialisierung)
Deutsche Revolution 1848/49 war eine von liberalen, nationalen und demokratischen Kräften getragene Umwälzung in vielen Staaten des Deutschen Bundes. Auslöser waren vor allem die wirtschaftliche Not, politische Unzufriedenheit und der Wunsch nach Grundrechten sowie einer nationalen Einheit. In der Frankfurter Paulskirche versammelten sich Abgeordnete, um eine demokratische Verfassung auszuarbeiten; trotz großer Hoffnungen scheiterte die Revolution jedoch letztlich an der Gegenwehr konservativer Kräfte und an der Uneinigkeit der politischen Lager.
Gründung des Deutschen Kaiserreichs (1871) markierte den entscheidenden Schritt zur politischen Einigung der deutschen Staaten unter preußischer Führung. Nach den militärischen Erfolgen im Deutsch-Französischen Krieg kam es zur Ausrufung des Kaiserreichs im Spiegelsaal von Versailles. Mit der neuen Reichsverfassung entstand ein föderal geprägter, aber zentral geleiteter Staatsaufbau. Für die folgenden Jahrzehnte prägten zugleich Modernisierung, Industrialisierung und ein neues machtpolitisches Selbstverständnis die Innen- und Außenpolitik.
Berliner Kongo-Konferenz (1884/85) war eine internationale Konferenz europäischer Mächte, die vor allem die Regeln für die koloniale Aufteilung und Verwaltung von Gebieten im Kongobecken festlegte. Ziel war es, Konkurrenz zwischen den Kolonialmächten zu begrenzen und die Ansprüche im “Kongo-Raum” völkerrechtlich zu koordinieren. In der Praxis führte dies jedoch zur Beschleunigung und Ausweitung kolonialer Herrschaft, verbunden mit massiven wirtschaftlichen Interessen und schwerwiegenden Folgen für die betroffene Bevölkerung.
- 1819: Peterloo-Massaker in Manchester, England
- 1820: Thronbesteigung von König Friedrich VII. von Dänemark
- 1821: Sturz der Regierung von Ferdinand VII. in Spanien
- 1830: Juli-Revolution in Frankreich
- 1831: Beginn des Belgischen Aufstands gegen die Niederlande
- 1848: Revolutionen in Europa
- 1861: Beginn des Amerikanischen Bürgerkriegs
- 1870: Deutsch-Französischer Krieg beginnt
- 1897: Thronbesteigung von Nikolaus II. in Russland
1819: Karlsbader Beschlüsse waren ein Bündel reaktionärer Maßnahmen des Deutschen Bundes, das auf die zunehmende oppositionelle Stimmung nach den Befreiungskriegen reagierte. Insbesondere wurden die Überwachung von Universitäten und die Einschränkung der Presse- und Meinungsfreiheit verstärkt, um „umstürzlerische“ Bestrebungen zu unterdrücken. Damit prägten die Beschlüsse das Klima der Restauration in vielen Staaten des Deutschen Bundes über Jahre hinweg.
1848: Deutsche Revolution 1848/1849 war eine große gesellschaftliche und politische Umbruchbewegung, die von Forderungen nach Freiheit, demokratischer Teilhabe und nationaler Einheit getragen wurde. In vielen deutschen Staaten kam es zu Protesten, Barrikadenkämpfen und Reformversuchen; Höhepunkt war die Arbeit der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche. Obwohl die Revolution letztlich scheiterte, beschleunigte sie langfristig die Entwicklung hin zu Grundrechten, demokratischen Vorstellungen und einer späteren Reichseinheit.
1871: Kaiserproklamation bezeichnet die Ausrufung des preußischen Königs Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser am 18. Januar 1871 in Versailles. Nach dem Sieg Preußens über seine Gegner im Deutsch-Französischen Krieg wurde damit der Prozess der deutschen Reichseinigung abgeschlossen. Politisch bedeutete dies den Übergang vom lockeren Staatenbund zu einem stärker zentralisierten Nationalstaat, der fortan entscheidenden Einfluss auf Europas Machtbalance und die weitere Modernisierung Deutschlands hatte.
- 1819: Peterloo-Massaker in Manchester
- 1830: Juli-Revolution in Frankreich
- 1832: Reform Act im Vereinigten Königreich
- 1848: Märzrevolution in mehreren deutschen Staaten
- 1853: Beginn des Krimkriegs
- 1861: Beginn des Amerikanischen Bürgerkriegs
- 1865: Ende des Amerikanischen Bürgerkriegs und Ermordung von Abraham Lincoln
- 1871: Gründung des Deutschen Kaiserreichs (Proklamation)
- 1884: Berliner Konferenz zur Aufteilung Afrikas
Karlsbader Beschlüsse (ab 1819) waren ein Bündel staatlicher Maßnahmen im Deutschen Bund, mit denen die weitere Entwicklung von Liberalismus und Nationalbewegungen stark gebremst werden sollte. Anlass waren u. a. die zunehmenden Unruhen und die Besorgnis, dass sich oppositionelle Kräfte in der Öffentlichkeit organisieren. Die Beschlüsse führten unter anderem zu verschärften Zensur- und Überwachungsmaßnahmen, bildeten aber auch einen zentralen Bestandteil der sogenannten Restauration: Viele Reformbemühungen wurden zurückgedrängt, Universitäten und Presse gerieten stärker unter staatlichen Einfluss.
Märzrevolution 1848 markierte den Beginn der europaweit bedeutenden Revolutionswelle, die auch in den deutschen Staaten große politische Umbrüche auslöste. Ausgehend von Demonstrationen und Protesten in Städten wie Wien und Berlin breitete sich die Bewegung rasch aus. Forderungen nach Verfassungen, Grundrechten und nationaler Einheit wurden lauter, gleichzeitig entstand ein Kräftekampf zwischen revolutionären Anhängern, reformwilligen Liberalen und konservativen Mächten. Der Versuch, die politische Ordnung durch eine Nationalversammlung neu zu gestalten, zeigte sowohl die große Mobilisierungskraft der Reformbewegung als auch ihre Schwierigkeiten, sich dauerhaft gegen militärisch und machtpolitisch überlegene Gegner durchzusetzen.
Deutsches Kaiserreich (Reichsgründung 1871) entstand nach dem Sieg im deutsch-französischen Krieg und setzte der jahrzehntelangen Frage nach nationaler Einigung in den deutschen Staaten ein deutliches Ende. Am 18. Januar 1871 wurde in Versailles der preußische König Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser proklamiert. Die neue Reichsordnung verband föderale Strukturen einzelner Bundesstaaten mit einer starken Zentralgewalt. Damit veränderten sich Machtverhältnisse in Europa spürbar: Deutschlands Aufstieg zu einer Großmacht wirkte in Diplomatie, Militär und Wirtschaft, während innenpolitisch sowohl Modernisierungsimpulse als auch neue Konfliktlinien entstanden.
- 1819: Ermordung des deutschen Schriftstellers und Publizisten August von Kotzebue
- 1819: Verabschiedung der Karlsbader Beschlüsse im Deutschen Bund
- 1820: Oktober—Beginn der Spanischen Revolution (Trienio Liberal)
- 1821: Unabhängigkeit Mexikos von Spanien
- 1823: Verkündung der Monroe-Doktrin durch US-Präsident James Monroe
- 1824: Abschaffung des Sklavenhandels im Britischen Empire
- 1830: Julirevolution in Frankreich
- 1833: Slavery Abolition Act im Britischen Empire (Abschaffung der Sklaverei beschlossen)
- 1840: Unterzeichnung des Webster-Ashburton-Vertrags zwischen den USA und Großbritannien
Die Karlsbader Beschlüsse (1819) waren eine Reihe von Maßnahmen des Deutschen Bundes zur Abwehr liberaler und nationaler Bewegungen nach dem Mordanschlag in Mannheim (Aufforderung zur Unterdrückung „staatsgefährdender“ Ideen). Vor allem ging es um stärkere Zensur, verschärfte Überwachung der Universitäten und die gezielte Verfolgung oppositioneller Publizisten und Studenten. Damit setzte sich in vielen Staaten eine repressive Politik durch, die den Handlungsspielraum bürgerlicher Reformkräfte erheblich einschränkte und die frühe deutsche Nationalbewegung spaltete bzw. in den Untergrund drängte.
Das Hambacher Fest (1832) gilt als ein bedeutendes frühes Massentreffen der liberal-nationalen Bewegung im Deutschen Bund. Tausende Teilnehmer versammelten sich auf dem Hambacher Schloss bei Neustadt an der Weinstraße, um für nationale Einheit, bürgerliche Rechte und eine Verfassungsordnung einzutreten. Die Veranstaltung verband Symbolik (u. a. Farben und Fahnen) mit politischen Forderungen und trug dazu bei, liberale Ideen über regionalen Rahmen hinaus sichtbar zu machen. Der offene Charakter des Festes führte jedoch auch zu einer erheblichen Gegenreaktion: Die Obrigkeiten betrachteten solche Protestformen als Bedrohung und verstärkten die politische Kontrolle.
Der Schlesische Weberaufstand (1844) war ein großflächiger Aufstand verarmter Textilarbeiter in Schlesien, vor allem in den Regionen um die Weberorte. Auslöser waren unter anderem die anhaltende wirtschaftliche Not, schlechte Arbeitsbedingungen, geringe Löhne und die Belastung durch Preissteigerungen und Konkurrenz im Textilgewerbe. In mehreren Orten kam es zu kollektiven Protesten und gewaltsamen Auseinandersetzungen gegen Arbeitgeber und Ordnungskräfte. Der Aufstand machte die soziale Dimension der „Jahrhundertmitte“ deutlich: Neben politischen Forderungen gewann auch die Frage nach sozialer Gerechtigkeit und wirtschaftlichen Strukturen immer stärker an Dringlichkeit.
- 1819: Karlsbader Beschlüsse
- 1820: Beginn der liberalen Revolution in Spanien (Trienio Liberal)
- 1821: Beginn des Griechischen Unabhängigkeitskriegs gegen das Osmanische Reich
- 1823: Verkündung der Monroe-Doktrin durch die USA
- 1828: Verabschiedung des Catholic Emancipation Act im Vereinigten Königreich
- 1830: Julirevolution in Frankreich (Beginn der „Orléanischen Monarchie“)
- 1833: Verabschiedung des Slavery Abolition Act im Britischen Empire (Abschaffung der Sklaverei)
- 1837: Thronbesteigung von Königin Victoria im Vereinigten Königreich
- 1842: Vertrag von Nanking beendet den Ersten Opiumkrieg zwischen Großbritannien und China
1819: Karlsbader Beschlüsse prägten die politische Entwicklung im Deutschen Bund nach den napoleonischen Kriegen nachhaltig. Mit ihnen reagierten die konservativen Fürsten und der mit ihnen verbundene preußisch-österreichische Machtblock auf die wachsende liberale und nationale Unruhe im Vormärz. Beschlossen wurden unter anderem Verschärfungen der Zensur sowie Maßnahmen gegen oppositionelle Bewegungen an Universitäten. Ziel war es, studentische Reform- und Freiheitsideen, Publizistik und allgemeine politische Debatten stärker zu kontrollieren und zu unterbinden. In der Praxis führte dies zu Entlassungen, Berufsverboten und einer systematischen Einschränkung der Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit.
1832: Das Hambacher Fest gilt als eine der bedeutendsten liberal-nationalen Massenkundgebungen der frühen 1830er-Jahre in den deutschen Staaten. Tausende Menschen versammelten sich bei Hambach in der Pfalz, um für bürgerliche Rechte, nationale Einheit und mehr politische Mitbestimmung zu demonstrieren. Die Veranstaltung verband Anliegen der Französischen Revolution und der im Jahr 1830 beginnenden europäischen Revolutionswellen mit den konkreten Problemen im Deutschen Bund, insbesondere mit der Zersplitterung der politischen Macht und der fehlenden Verfassungswirklichkeit. Obwohl das Fest militärisch nicht unmittelbar zu einem Umsturz führte, wirkte es symbolisch stark: Es machte die Forderungen vieler Menschen sichtbar und lieferte den Gegnern zugleich Anlass, ihre Repression weiter zu intensivieren.
1834: Mit der Einrichtung des Deutschen Zollvereins entstand ein zentraler wirtschaftspolitischer Schritt in Richtung größerer Reichseinheit. Mehrere deutsche Staaten schlossen sich zu einem Zoll- und Handelsraum zusammen, der Zollschranken zwischen den beteiligten Gebieten stark reduzierte und damit Handel sowie Produktion erleichterte. Für die Zeit war dies ein wichtiger Modernisierungsschub: Durch planbarere Handelswege und geringere Abgaben konnten Unternehmen effizienter wirtschaften, neue Märkte wurden erschlossen und die Konkurrenz zwischen den Staaten veränderte sich grundlegend. Der Zollverein war zwar zunächst „nur“ eine wirtschaftliche Maßnahme, förderte jedoch faktisch die politische Annäherung, weil Interessen und Verflechtungen zunahmen und ein gemeinsamer Wirtschaftsraum als Basis für spätere Einigungsbestrebungen diente.