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- 1873: Gründung der American Bankers Association (amerikanische Bankiervereinigung)
- 1876: Zweites Deutsches Reich – Reichsgründung durch das Deutsche Kaiserreich (1871) wird durch neue Reichsstrukturen gefestigt; Beginn der Zeit des „Kulturkampfs“ (Fortsetzung ab 1871)
- 1878: Berliner Kongress
- 1914: Beginn des Ersten Weltkriegs
- 1917: Russische Oktoberrevolution
- 1918: Ende des Ersten Weltkriegs (Waffenstillstand)
- 1929: Beginn der Weltwirtschaftskrise (Börsencrash)
- 1933: Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland
- 1939: Beginn des Zweiten Weltkriegs
- 1941: Angriff auf Pearl Harbor und Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg
Am 28. Juni 1914 wurde der österreichische Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajevo ermordet. Dieses Attentat war der unmittelbare Auslöser für die Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand und verschärfte die ohnehin bestehenden Spannungen zwischen den europäischen Großmächten so stark, dass kurz darauf eine Kettenreaktion von Bündnissen und Ultimaten in den Ersten Weltkrieg mündete.
Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Damit begann die entscheidende Phase der politischen Umgestaltung in Deutschland, die schließlich in der Diktatur der NS-Herrschaft gipfelte; die Ereignisse rund um Hitlers Ernennung werden in der Forschung häufig im Kontext der Machtergreifung bzw. der schrittweisen Ausschaltung demokratischer Institutionen beschrieben.
Am 1. September 1939 begann Deutschland mit dem Überfall auf Polen, wodurch Großbritannien und Frankreich dem Deutschen Reich den Krieg erklärten. Dieser Zeitpunkt gilt als Beginn des Zweiten Weltkriegs. Der Konflikt entwickelte sich zu einem weltweiten Krieg mit massiven militärischen Auseinandersetzungen, Besatzungen und schwerwiegenden Verbrechen, deren Folgen noch lange nach Kriegsende nachwirkten.
- 1873: Gründerkrach in Deutschland
- 1878: Berliner Kongress
- 1884: Beginn der europäischen Kolonialisierung Afrikas auf der Kongo-Konferenz
- 1898: Spanisch-Amerikanischer Krieg
- 1914: Beginn des Ersten Weltkriegs
- 1919: Versailler Vertrag
- 1933: Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland
- 1939: Beginn des Zweiten Weltkriegs
- 1945: Ende des Zweiten Weltkriegs
- 1946: Gründung der Vereinten Nationen (UNO)
- Gründerkrise (ab 1873): Nach dem wirtschaftlichen Aufschwung der frühen Gründerzeit kam es ab 1873 zu einer tiefgreifenden Wirtschaftskrise, die häufig als „Gründerkrise“ bezeichnet wird. Auslöser waren unter anderem überhitzte Spekulationen und zunehmende Zahlungsausfälle, was besonders den Aktienmarkt und den Bankensektor traf. In der Folge kam es über Jahre zu wirtschaftlicher Stagnation, Arbeitslosigkeit und der Neubewertung von Investitionen und Finanzierungen.
- Erster Weltkrieg (1914–1918): Der Erste Weltkrieg begann 1914 nach der Eskalation der europäischen Konflikte und führte zu einem groß angelegten Krieg zwischen den damaligen Bündnissystemen. Er war geprägt von Materialschlachten, Stellungskrieg und einer starken Ausweitung des Einsatzes von neuen Waffen und Technologien. Der Krieg endete 1918, hatte aber weitreichende Folgen: Millionen Tote, politische Umbrüche und die spätere Entstehung instabiler Nachkriegsordnungen in Europa.
- Zweiter Weltkrieg (1939–1945): Der Zweite Weltkrieg begann 1939 und entwickelte sich zu einem globalen Konflikt mit enormem Ausmaß an militärischer Gewalt. Neben großen Schlachten in Europa kam es zu massiven Verbrechen an Zivilistinnen und Zivilisten, begleitet von Besatzungspolitik und systematischer Verfolgung. 1945 endete der Krieg mit der Kapitulation der Achsenmächte, womit zugleich die Grundlage für die Neuordnung der Welt nach 1945 geschaffen wurde.
- 1874: Erste Impressionisten-Ausstellung in Paris (u. a. „Impression, soleil levant“ von Claude Monet)
- 1874: Britische Unterhauswahl; Benjamin Disraeli wird erneut Premierminister
- 1874: Verabschiedung des Public Worship Regulation Act im Vereinigten Königreich
- 1874: Beginn der Spanischen Restauration durch den Umsturz von Martínez Campos und die Rückkehr der Bourbonen (Alfonso XII.)
- 1874: Custers „Black Hills Expedition“; Entdeckung von Gold in den Black Hills und Auslösung des Goldrauschs
- 1874: Japanische Taiwan-Expedition (Strafexpedition nach den Ereignissen auf Taiwan)
- 1874: Beginn der „Wandern/Zum Volk“-Bewegung der Narodniki in Russland
- 1874: Volks- und Arbeiterproteste im Deutschen Kaiserreich (u. a. im Kontext der frühen Sozialgesetzgebung und der sich zuspitzenden sozialen Lage)
- 1874: Ende des Zweiten Anglo-Aschanti-Krieges in Westafrika (britisch-aschantiischer Konflikt)
Am 19. April 1874 wurde in der Schweiz die Schweizer Bundesverfassung nach einer großen Revision durch Volk und Stände angenommen. Sie schuf die Grundlage für die moderne bundesstaatliche Ordnung: Der Bund erhielt deutlich mehr Kompetenzen, während gleichzeitig das Verhältnis zwischen Bund und Kantonen neu geregelt wurde. Inhaltlich ging es u. a. um Reformen im Bereich der Organisation der Bundesbehörden und der staatlichen Zuständigkeiten. In der Folge wurden viele Bereiche des politischen und administrativen Alltags auf die neue Verfassungslogik ausgerichtet, was langfristig die Entwicklung der Schweiz als föderativen Staat prägte.
Im Vereinigten Königreich bestimmte die Unterhauswahl im Jahr 1874 die nächste politische Weichenstellung entscheidend. Nach dem Urnengang (Dezember 1874) konnte die Konservative Partei ihre Position ausbauen; der spätere Premierminister Benjamin Disraeli bildete danach seine zweite Regierung. Damit setzte das Parlament politische Akzente in Fragen der Innen- und Außenpolitik, etwa in Bezug auf Wirtschafts- und Sozialdebatten sowie die Verwaltung des Empire. Die Wahl gilt als wichtiger Einschnitt, weil sie die Stimmung im Land nach Jahren wechselnder Mehrheiten widerspiegelte und den Kurs gegenüber liberalen Reformvorstellungen neu justierte. Insgesamt markiert 1874 in der britischen Politik einen Übergang in eine Phase, die durch Disraelis pragmatische Regierungspraxis und imperialpolitische Themen geprägt war.
Im Kunstleben gilt das Jahr 1874 als historischer Startpunkt einer neuen Wahrnehmungsweise: Die Impressionisten organisierten ihre erste große Ausstellung, die schnell als Gegenentwurf zum etablierten akademischen Geschmack wahrgenommen wurde. In der Öffentlichkeit löste diese Präsentation kontroverse Reaktionen aus, weil die Arbeiten häufig mit sichtbarer Farbsetzung, bewegter Darstellung und einer stärkeren Betonung des Lichts statt „glatter“ Traditionstechnik arbeiteten. Dass die Ausstellung außerhalb der üblichen offiziellen Salonstrukturen stattfand, unterstrich zugleich den Anspruch, neue Wege der Kunst zu legitimieren. Rückblickend gilt die Episode als Beginn einer Bewegung, die die moderne Kunst nachhaltig beeinflusste, weil sie den Blick auf Alltag, Stimmung und visuelle Eindrücke neu definierte.
- 1874 Beginn der Bourbon-Restauration in Spanien (Pronunciamiento von Martínez Campos)
- 1876 Eröffnung der Philadelphia Centennial Exposition (Weltausstellung)
- 1878 Berliner Kongress
- 1881 Ermordung des russischen Zaren Alexander II.
- 1884 Beginn der Berliner Kongo-Konferenz
- 1886 Einweihung der Freiheitsstatue in New York
- 1890 Rücktritt Otto von Bismarcks
- 1896 Erste Olympischen Spiele der Neuzeit in Athen
- 1898 Spanisch-Amerikanischer Krieg: Vertrag von Paris
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1878 beschleunigte eine innenpolitische Krise die Verschärfung gegen die sozialistische Bewegung: Nach den Attentatsversuchen auf Kaiser Wilhelm I. erließen Reichstag und Regierung im weiteren Verlauf die Sozialistengesetze. Diese Maßnahmen zielten darauf, sozialdemokratische Organisationen zu schwächen bzw. zu verbieten: In der Praxis wurden viele Vereine und Zeitungen unter Druck gesetzt, Versammlungen erschwert und Aktivitäten der Sozialdemokraten streng kontrolliert. Die Gesetze prägten die politische Kultur des Deutschen Reiches über Jahre hinweg, verstärkten den Konflikt zwischen Staat und Arbeiterbewegung und trugen dazu bei, dass die Sozialdemokratie trotz Repression weiter an Einfluss gewann.
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1884/85 wurde in Europa die koloniale Aufteilung Afrikas neu geordnet: Auf der Berliner Konferenz trafen sich Vertreter europäischer Mächte unter Vermittlung von Reichskanzler Otto von Bismarck, um Regeln für die Erwerbung und Verwaltung von Gebieten festzulegen. Zentrale Bedeutung hatte dabei das Prinzip der „effektiven Besetzung“, das in der Folge dafür sorgen sollte, dass Ansprüche auf Gebiete durch tatsächliche Verwaltung und Präsenz untermauert werden mussten. Gleichzeitig beschleunigte die Konferenz die Konkurrenz der Kolonialmächte erheblich und hatte tiefgreifende Folgen für die Lebenswirklichkeit der betroffenen Bevölkerung: Grenzen wurden oft ohne Rücksicht auf bestehende politische und ethnische Strukturen gezogen, was langfristig Konflikte begünstigte.
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1899 versuchte die internationale Staatengemeinschaft erstmals in großem Umfang, Regeln für Krieg und Frieden verbindlicher zu machen: Auf der Zweiten Haager Friedenskonferenz in Den Haag berieten Delegationen mehrerer Staaten über völkerrechtliche Standards, insbesondere über das Verhalten im Krieg und über Möglichkeiten der Streitbeilegung. Ein besonders folgenreiches Ergebnis war die Einrichtung bzw. Förderung institutioneller Mechanismen zur Schiedsgerichtsbarkeit. Auch wenn die Umsetzung im Alltag der Machtpolitik begrenzt blieb, gilt die Konferenz als wichtiger Schritt hin zu modernem Völkerrecht und zu formalisierter internationaler Zusammenarbeit zur Konfliktvermeidung.
- 1874: Einführung der Titulierung „Das Deutsche Reich“ nach der Reichsgründung und Beginn der staatlichen Neuordnung im Kaiserreich
- 1875: Begründung des Kulturkampfs durch die Reichsgesetze (u. a. Maigesetze)
- 1876: Aufhebung des Deutsch-Österreichischen Zollvereins und neue wirtschaftspolitische Weichenstellung im Deutschen Reich
- 1877: Beginn der Reichstagsmehrheit gegen den Einfluss der Sozialdemokratie (Sozialistengesetze im Vorfeld)
- 1878: Kongress von Berlin und Neuordnung der Balkangebiete nach dem Russisch-Türkischen Krieg
- 1881: Beginn des Zweibunds (Deutsch-Österreichische Allianz) mit dem Ziel stabiler Bündnispolitik
- 1884: Aufteilung Afrikas durch die europäischen Mächte (Kongo-Konferenz)
- 1889: Zweite Internationale Arbeiterkonferenz und Stärkung der Arbeiterbewegung in Europa
- 1898: Spanisch-Amerikanischer Krieg wird vorbereitet und die internationale Lage verschärft sich in Folge der Kuba- und Kolonialkrisen
Der Berliner Kongress 1878 fand vom Juni bis Juli 1878 statt und diente dazu, die Folgen des Russisch-Osmanischen Krieges (1877/78) neu zu ordnen. Auf Initiative der Großmächte wurde der Streit um Gebiets- und Machtverschiebungen im östlichen Mittelmeerraum und auf dem Balkan verhandelt. Dabei wurden mehrere Beschlüsse getroffen, die das politische Kräfteverhältnis in der Region nachhaltig beeinflussten: So wurden unter anderem die Stellung und das Maß an Autonomie von Staaten im Balkan neu gefasst, zugleich aber auch neue Spannungslinien geschaffen. Ein wichtiger Effekt war außerdem, dass Österreich-Ungarn de facto Einflussgebiete erhielt, während andere Großmächte ihre Positionen absicherten. Insgesamt gilt der Kongress als ein zentraler Schritt in der „Neuordnung“ Europas nach dem Krieg, dessen Entscheidungen noch lange nachwirkten.
Die Berliner Konferenz 1884/1885 ist vor allem als Regelwerk für die europäische Kolonialisierung Afrikas bekannt. In den Verhandlungen unter Führung von Otto von Bismarck wurden Grundsätze festgelegt, nach denen europäische Mächte Ansprüche in Afrika geltend machen sollten. Besonders prägend war die Idee einer möglichst „effektiven Besetzung“, also der Anspruch auf Gebiete nicht nur durch bloße Erklärung, sondern durch tatsächliche Verwaltung und Kontrolle. Zugleich wurde der Interessenausgleich zwischen den Kolonialmächten organisiert, um Konflikte über Einflusszonen zu reduzieren. Unmittelbar hatte die Konferenz jedoch auch Folgen, die in die weitere Geschichte der kolonialen Aufteilung Afrikas hineinwirkten: Sie beschleunigte die Zersplitterung und Umgestaltung vieler Regionen entlang europäischer Interessen und trug damit zur Verschärfung der kolonialen Rivalitäten bei.
Mit den Olympischen Spielen 1896 in Athen begann die moderne olympische Bewegung. Die Spiele wurden 1896 ausgerufen, nachdem das Konzept der Wiederbelebung der antiken Sporttradition im späten 19. Jahrhundert zunehmend an Bedeutung gewonnen hatte. Organisatorisch knüpften die Veranstaltungen an die Idee eines internationalen Wettbewerbs zwischen Nationen an und schufen damit einen neuen Rahmen für Sportgroßereignisse. Dabei traten Athletinnen und Athleten aus mehreren Ländern an, und es wurden Wettbewerbe ausgetragen, die unterschiedliche Bereiche des körperlichen Wettstreits abdeckten. Der Erfolg der Spiele machte deutlich, dass ein regelmäßiges Austragungsformat funktionieren konnte, und legte so wichtige Grundlagen für die Fortsetzung der Olympischen Spiele in den folgenden Jahrzehnten.