1779 Einträge gefunden in der Kategorie Geschichte
- 1890: Die Wounded Knee Massaker ereignen sich am 29. Dezember, was das Ende der Indianerkriege in den USA markiert.
- 1890: Am 1. Juli wird Idaho als 43. Bundesstaat in die Vereinigten Staaten aufgenommen.
- 1890: Am 3. Juli wird Wyoming als 44. Bundesstaat in die Vereinigten Staaten aufgenommen.
- 1890: Am 1. Oktober wird das Yosemite Valley zum Nationalpark erklärt.
- 1890: Vincent van Gogh stirbt am 29. Juli in Auvers-sur-Oise, Frankreich, an einer Schusswunde.
- 1890: Alfred Tennyson, ehemaliger britischer Poet Laureate, stirbt am 6. Oktober.
- 1890: Die Sherman-Antitrust-Gesetzgebung wird am 2. Juli in den USA verabschiedet, um Monopole zu bekämpfen.
- 1890: Am 9. Januar wird der britische Forscher Lawrence Hargraves seine Flugmaschine vier Meter weit fliegen lassen.
- 1890: Der deutsche Sozialist Wilhelm Liebknecht wird am 15. Juni wegen Aufruhrs inhaftiert.
- 1890: Am 5. November wird die Konservative Partei unter Robert Gascoyne-Cecil, 3. Marquess of Salisbury, bei den britischen Parlamentswahlen wiedergewählt.
- 1890: Am 11. Februar gibt die japanische Meiji-Verfassung der Legislative mehr Macht.
- 1890: Der berühmte holländische Maler Vincent van Gogh malt sein letztes Werk, Weizenfeld mit Raben.
Am 29. Januar 1890 schritt der deutsche Reichstag zur Abstimmung über das Sozialistengesetz, welches erstmals am 21. Oktober 1878 in Kraft getreten war und das Ziel hatte, sozialdemokratische und sozialistische Aktivitäten im Deutschen Reich zu unterbinden. Trotz der Bemühungen des damaligen Reichskanzlers Otto von Bismarck, die Verlängerung des Gesetzes durchzusetzen, stimmte der Reichstag dagegen. Diese Entscheidung führte zu einer Lockerung der politischen Repressionen gegen sozialistische Bewegungen und bereitete den Boden für das weitere Wachstum der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). Mehr Informationen finden Sie hier.
Der 1. Juli 1890 markierte das Inkrafttreten des Helgoland-Sansibar-Vertrags, einem Abkommen zwischen dem Deutschen Reich und dem Vereinigten Königreich. In diesem Vertrag trat Deutschland seine Ansprüche auf Sansibar an das Vereinigte Königreich ab und erhielt im Gegenzug die Insel Helgoland sowie Gebiete im östlichen Afrika. Dieser Vertrag war ein wichtiger Moment der kolonialen Aufteilung Afrikas und illustrierte das Streben der europäischen Mächte nach imperialer Vorherrschaft. Weitere Details zum Helgoland-Sansibar-Vertrag sind hier zu finden.
Am 18. März 1890 fand der sogenannte „Drei-Kaiser-Treffen in Berlin“ statt, bei dem Kaiser Wilhelm II. von Deutschland, Kaiser Franz Joseph I. von Österreich-Ungarn und Zar Alexander III. von Russland zusammentrafen. Dieses Treffen zielte darauf ab, die diplomatischen Beziehungen zwischen den drei Kaiserreichen zu stärken und die Balance der Macht in Europa zu sichern. Trotz der symbolischen Bedeutung des Treffens kam es in den folgenden Jahren zu Spannungen, die letztlich zur Ersten Weltkriegsführung führten. Detaillierte Informationen über die politischen Entwicklungen zu dieser Zeit finden Sie hier.
- 1890: Ende des Sozialistengesetzes im Deutschen Reich
- 1898: Spanisch-Amerikanischer Krieg beginnt
- 1914: Beginn des Ersten Weltkriegs
- 1918: Ende des Ersten Weltkriegs
- 1929: Börsencrash an der Wall Street (Beginn der Weltwirtschaftskrise)
- 1933: Machtübertragung an Adolf Hitler in Deutschland
- 1939: Beginn des Zweiten Weltkriegs
- 1945: Kapitulation Deutschlands (Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa)
- 1964: Beginn des Vietnamkriegs durch US-Militärbeteiligung (Tonkin-Zwischenfall und US-Intervention)
1896 fanden in Athen die ersten Olympischen Sommerspiele der Neuzeit statt. Nach der Idee Pierre de Coubertins knüpften sie an die antiken Olympischen Spiele an und dienten zugleich als internationales Großereignis: Rund 250 Athletinnen und Athleten aus 14 Ländern traten in verschiedenen Disziplinen gegeneinander an. Die Spiele machten die Neuauflage des Olympismus sichtbar und prägten die Entwicklung moderner Sportwettkämpfe maßgeblich.
1914 markierte die Ermordung von Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajevo einen entscheidenden Auslöser für den Beginn des Ersten Weltkriegs. Der Mord führte zu einer schweren diplomatischen Eskalation zwischen den damaligen Großmächten; insbesondere Österreich-Ungarn verband die Tat mit Forderungen an Serbien. In der Folge traten Bündnisse in Kraft, sodass der Konflikt rasch zu einem großflächigen Krieg in Europa wurde und schließlich weltweit Auswirkungen zeigte.
1961 wurde die Berliner Mauer errichtet. Mit dem Bau ab dem 13. August 1961 versuchte die DDR, den zunehmenden Weggang von Menschen in den Westen zu stoppen. Die Mauer wurde zu einem zentralen Symbol des Kalten Krieges und prägte das Leben der Bevölkerung in Berlin über Jahrzehnte: Sie führte zu strengen Grenzkontrollen, Teilung des Alltags sowie einer starken politischen und gesellschaftlichen Polarisierung. Erst nach dem Ende der DDR wurde die Mauer schrittweise geöffnet und später abgetragen.
- 1890: Bismarcks Entlassung als Reichskanzler
- 1893: Eröffnung des Reichstagsgebäudes in Berlin
- 1895: Entdeckung der Röntgenstrahlen durch Wilhelm Conrad Röntgen
- 1896: Eröffnung der ersten modernen Olympischen Spiele in Athen
- 1898: Untergang des spanischen Kriegsschiffs "Maine" in Havanna
- 1900: Boxeraufstand in China
- 1903: Erstflug der Wright-Brüder
- 1905: Russische Revolution
- 1908: Einführung der Ford Modell T Produktion
- 1912: Untergang der Titanic
- 1914: Ausbruch des Ersten Weltkriegs
- 1915: Veröffentlichung der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein
1. Eiffelturm (1889): Der Eiffelturm wurde anlässlich der Weltausstellung 1889 in Paris erbaut, die das 100-jährige Jubiläum der Französischen Revolution feierte. Das Bauwerk wurde von dem Ingenieur Gustave Eiffel entworfen und ist 324 Meter hoch. Es benötigt rund 2,5 Millionen Nieten und bestand ursprünglich aus 18.038 Einzelteilen. Trotz anfänglicher Kritik erlangte der Eiffelturm bald weltweite Anerkennung und ist heute ein Symbol von Paris und Frankreich.
2. Massaker von Ludlow (1914): Das Massaker von Ludlow ereignete sich während eines Streiks von Bergarbeitern in der Nähe der Stadt Ludlow, Colorado, USA. Am 20. April 1914 griff die Nationalgarde von Colorado ein Zeltlager streikender Bergarbeiter an, was zu einem gewalttätigen Zusammenstoß führte. Dabei wurden zahlreiche Streikende getötet, darunter auch Frauen und Kinder. Das Ereignis brachte landesweit Aufmerksamkeit für die schlechten Arbeitsbedingungen in der Bergbauindustrie und führte zu Reformen im Arbeitsrecht in den USA.
3. Eröffnung des Panama-Kanals (1914): Der Panama-Kanal wurde am 15. August 1914 eröffnet und stellt eine bedeutende Wasserstraße dar, die den Atlantischen Ozean mit dem Pazifischen Ozean verbindet. Der Kanal verkürzt die Schiffsroute von der Ost- zur Westküste der USA erheblich. Der Bau des Kanals begann 1904 unter der Leitung der Vereinigten Staaten, nachdem Frankreich nach mehreren erfolglosen Versuchen das Projekt aufgab. Der Bau war eine enorme technische Herausforderung und kostete etwa 27.500 Menschenleben, hauptsächlich aufgrund von Krankheiten wie Gelbfieber und Malaria.
- 1898: Beginn des Spanisch-Amerikanischen Krieges (USA gegen Spanien)
- 1903: Erster erfolgreicher Motorflug der Gebrüder Wright
- 1914: Ausbruch des Ersten Weltkriegs
- 1917: Russische Revolution (Machtübernahme der Bolschewiki)
- 1918: Waffenstillstand im Ersten Weltkrieg
- 1929: Börsencrash an der Wall Street (Beginn der Weltwirtschaftskrise)
- 1933: Adolf Hitler wird Reichskanzler
- 1945: Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa
- 1957: Start von Sputnik 1 (Beginn des Sputnik-/Weltraumzeitalters)
Erster Weltkrieg (1914–1918) war ein globaler Konflikt zwischen den damaligen Großmächten, der im Juli 1914 durch eine Kette diplomatischer und militärischer Eskalationen ausgelöst wurde. Ausgangspunkt war die politische Instabilität Europas, geprägt von Bündnissystemen, rivalisierenden Interessen und einem Wettrüsten, insbesondere zwischen dem Deutschen Reich und dem Vereinigten Königreich. Nach der Ermordung von Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajevo am 28. Juni 1914 erklärten sich Staaten innerhalb ihrer jeweiligen Bündnisse gegenseitig den Krieg, wodurch aus einer regionalen Krise rasch ein Krieg mit mehreren Kontinenten wurde.
Besonders prägend waren die anfänglichen Offensiven und das damit verbundene Vertrauen vieler Regierungen, der Krieg werde schnell entschieden. In der Realität führte der massenhafte Einsatz von Artillerie, Maschinengewehren, schwerer Bewaffnung und neuer Taktik zur Ausbildung von Stellungskrieg an der Westfront. Millionen von Soldaten kämpften in Frontlinien, die sich über viele Kilometer erstreckten, während sich die Kriegsführung häufig in zeitintensiven Materialschlachten ausdrückte. Große Schlachten wie an der Somme oder bei Verdun verdeutlichen die Dimension des industrialisierten Krieges: Der Kampf richtete sich nicht nur gegen den Gegner, sondern gegen die Grenzen von Logistik, Nachschub, Verwundetenversorgung und Durchhaltefähigkeit.
Gleichzeitig war der Krieg an unterschiedlichen Schauplätzen dynamisch. An der Ostfront kam es zu wechselnden Frontverläufen, während auf See die Blockadepolitik und der U-Boot-Krieg eine zentrale Rolle spielten. Diese Seeverbindungen beeinflussten Handel, Versorgung und internationale Politik stark. Mit der Ausweitung des Konflikts und dem wachsenden wirtschaftlichen Druck gerieten Gesellschaften zunehmend unter Belastung: Lebensmittelknappheit, Inflation, Verwüstungen ganzer Regionen und die psychischen Folgen massiver Gewalt prägten das Alltagsleben. Politische Umbrüche, Streiks und Spannungen wurden in mehreren Ländern stärker, wodurch die militärische Lage immer schwerer zu stabilisieren war.
Im Verlauf des Krieges führten unterschiedliche Faktoren zum Umschwung: Erschöpfung, Ressourcenknappheit, Koalitionsprobleme und die Verschiebung politischer Mehrheiten. 1917 brachten Ereignisse wie die russischen Revolutionen erhebliche Veränderungen in der europäischen Kriegslandschaft, während 1918 letzte große Offensiven scheiterten und die Entente schließlich die Oberhand gewann. Der Krieg endete mit Waffenstillständen und schließlich dem Versailler Vertrag, der die Nachkriegsordnung festlegte. Der Erste Weltkrieg gilt bis heute als entscheidender Einschnitt, weil seine Folgen—territoriale Neuordnungen, wirtschaftliche Belastungen und politische Instabilität—in vielen Teilen Europas die Rahmenbedingungen für spätere Konflikte mitprägten.
Russische Revolution (1917) bezeichnet die politischen Umbrüche in Russland, die im Jahr 1917—insbesondere durch die Februarrevolution und die Oktoberrevolution—zum Sturz der Zarenherrschaft und zur Etablierung einer bolschewistischen Regierung führten. Sie entstand nicht aus einem einzelnen Auslöser, sondern aus der Überlagerung mehrerer Krisen: der Belastung des Landes durch den Ersten Weltkrieg, massiven Versorgungsschwierigkeiten, sozialen Spannungen, wachsendem Misstrauen gegenüber der Regierung und einem tiefen Legitimationsverlust der Monarchie.
Die Februarrevolution begann als Protest- und Streikbewegung, getragen unter anderem von Arbeiterinnen und Arbeitern sowie von Teilen des städtischen Publikums. Besonders entscheidend war, dass sich die Forderungen und Unruhen mit dem Zerfall der staatlichen Ordnung verschränkten: Behörden verloren an Steuerungsfähigkeit, die Bereitschaft zur Durchsetzung von Gewaltanordnungen nahm ab, und Teile der Streitkräfte verweigerten zunehmend den Gehorsam. Damit geriet die monarchische Führung in eine Situation, in der sie weder die politischen Lage stabilisieren noch die gesellschaftlichen Konflikte eindämmen konnte. Der Zar musste abdanken, und an seine Stelle trat zunächst eine Phase der Doppelherrschaft: In verschiedenen Regionen bildeten sich Räte (Sowjets), während gleichzeitig eine provisorische Regierung die staatliche Funktion übernahm.
Diese Doppelstruktur wurde jedoch schnell zum Konfliktfeld. Die provisorische Regierung setzte politische Reformen in Gang, blieb aber zugleich im Krieg engagiert, während die Sowjets—vor allem unter Einfluss radikaler Kräfte—stärkere Ansprüche auf Kontrolle und eine grundlegende Neuordnung erhoben. Während die Lage an der Front und in der Versorgung weiter kritisch blieb, wuchs in den Städten der Druck, unmittelbare Verbesserungen zu erreichen: Frieden, Brot und demokratische Mitbestimmung standen dabei im Zentrum der Erwartungen vieler Menschen. In dieser dynamischen Phase gelang es den Bolschewiki, ihre Positionen zu radikalisieren und sich als konsequente Alternative zu profilieren.
Im Oktober 1917 folgte schließlich die Oktoberrevolution, bei der die Bolschewiki die Macht in Petrograd ergriffen. Das geschah in einer Situation, in der die provisorische Ordnung bereits stark geschwächt war und Gegner der Revolution nicht mehr die gleiche Handlungsfähigkeit aufwiesen. In der Folge begann die neue Regierung, zentrale gesellschaftliche und politische Umgestaltungen einzuleiten—vom Umgang mit Landbesitz bis hin zu Fragen der Staatsorganisation. Die Revolution löste eine umfangreiche Umgestaltung der politischen Landschaft aus und führte in den kommenden Jahren zu heftigen Auseinandersetzungen, einschließlich eines Bürgerkriegs, der das Land weiter erschütterte.
Historisch wichtig ist die Russische Revolution nicht nur wegen des Machtwechsels, sondern wegen ihrer weitreichenden Folgen: Sie veränderte das Kräfteverhältnis in Europa, prägte Debatten über Sozialismus und Revolution und wurde zu einem Bezugspunkt für politische Bewegungen weltweit. Zudem zeigte sie, wie stark Krieg, soziale Not und institutionelle Schwäche das politische System destabilisieren können—und wie rasch sich daraus neue Machtstrukturen entwickeln.
Zweiter Weltkrieg (1939–1945) war ein globaler Krieg, der durch das aggressive Expansionsstreben totalitärer Regime und die systematische Zerstörung bestehender internationaler Grenzen ausgelöst und eskaliert wurde. In Europa begann er im September 1939, als das Deutsche Reich infolge seiner Eroberungs- und Expansionspolitik in Polen einmarschierte. Bereits zuvor hatten politische Entscheidungen—beispielsweise die Schwächung kollektiver Sicherheitsmechanismen und das wiederholte Scheitern, aggressive Vorhaben wirksam zu stoppen—eine gefährliche Dynamik entstehen lassen. Nach dem Beginn des Krieges weitete sich der Konflikt rasch auf weitere Regionen aus, sodass schließlich nahezu alle Kontinente in unterschiedlichem Ausmaß betroffen waren.
Der Krieg zeichnete sich durch ein Zusammenspiel aus Land-, Luft- und Seestreitkräften aus, aber auch durch industrielle Kriegsführung in bisher ungekanntem Maßstab. In Europa bestimmten große Feldzüge und Besetzungsregime den Verlauf: Der Vormarsch stützte sich auf koordinierte militärische Operationen, schnelle Eroberungen und die gleichzeitige Sicherung von Nachschubwegen. Gleichzeitig wurde die Zivilbevölkerung in weiten Gebieten zum Teil von Gewalt, Zwangsarbeit und wirtschaftlicher Ausbeutung. Besonders schwer wiegen die systematischen Verfolgungen und Vernichtungsmaßnahmen, die im Rahmen der nationalsozialistischen Ideologie gegen Jüdinnen und Juden, aber auch gegen viele andere Gruppen gerichtet waren. Diese Verbrechen prägten die moralische Dimension des Krieges und sind bis heute ein zentrales Thema der historischen Aufarbeitung.
Auf militärischer Ebene veränderten sich die Fronten mehrfach. Entscheidende Wendepunkte waren unter anderem die zunehmende Überdehnung der Angriffspläne, der Widerstand in verschiedenen Einsatzräumen und das wachsende militärische Potenzial der gegnerischen Koalitionen. Im Osten führte der Kampf zu extremen Verlusten und zu einer Situation, in der neben der militärischen auch die physische und logistische Belastungsgrenze vieler Einheiten erreicht wurde. An der Westfront wurde die Kriegsführung zunehmend zu einer Abfolge von Abnutzung, Manöver und Versuchen, die gegnerische Luft- und Seeherrschaft zu kontrollieren.
Ein weiterer Kernbestandteil war die Luftkriegsstrategie, die Städte und Industriegebiete massiv traf. Bombardierungen zielten nicht nur auf militärische Ziele, sondern auch auf die Fähigkeit, Rüstung und Infrastruktur aufrechtzuerhalten sowie die gesellschaftliche Stabilität zu schwächen. Auf See spielten Blockaden und der Kampf um Seewege eine zentrale Rolle für den Austausch von Ressourcen und für die Fähigkeit, Nachschub über weite Distanzen zu sichern. Insgesamt zeigte der Zweite Weltkrieg, dass moderne Kriegsführung in hohem Maße von der Gesamtleistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft und von der Organisation von Logistik abhängig war.
Gegen Ende des Krieges kam es zu einem Rückzug und zur Zerschlagung der Achsenmächte, während die Alliierten Schritt für Schritt die besetzten Gebiete zurückgewannen. Die Kapitulationen und das Ende der Kampfhandlungen im Jahr 1945 machten die ungeheure Zerstörung sichtbar: enorme Opferzahlen, verwüstete Landschaften, zerstörte Infrastrukturen und ein politisches Vakuum in vielen Regionen. Im Ergebnis setzte die Nachkriegsordnung neue politische und rechtliche Rahmenbedingungen, und der Zweite Weltkrieg wurde zu einem entscheidenden Bezugspunkt für die Entstehung internationaler Institutionen sowie für die Lehren aus Völkermord, Besatzungspolitik und der Verletzung fundamentaler Menschenrechte.
- 1890: Entlassung von Reichskanzler Otto von Bismarck durch Kaiser Wilhelm II.
- 1890: Verabschiedung des Sherman Antitrust Act in den USA (Kartellgesetz).
- 1891: Beginn des chilenischen Bürgerkriegs (Konflikt zwischen Regierung und Opposition).
- 1892: Beginn des Homestead-Streiks in den USA (Auseinandersetzung um das Stahlwerk in Homestead, Pennsylvania).
- 1893: Eröffnung der Weltausstellung in Chicago (World’s Columbian Exposition).
- 1894: Beginn des Pullman-Streiks in den USA (Arbeitskonflikt bei der Eisenbahnausrüstung).
- 1894: Verhaftung von Alfred Dreyfus in Frankreich (Beginn der Dreyfus-Affäre).
- 1895: Jameson-Raid (gescheiterter britischer Überfall im heutigen Simbabwe/Transvaal).
- 1896: Erste Olympischen Spiele der Neuzeit in Athen.
- Aufhebung des Sozialistengesetzes in Deutschland (1890): Am 1. Oktober 1890 lief das 1878 erlassene Sozialistengesetz aus und wurde nicht verlängert. Damit endete die staatliche juristische Verfolgung der Sozialdemokratie in dieser Form. Politisch bedeutete das für die Arbeiterbewegung einen wichtigen Schritt hin zu mehr legaler Organisations- und Betätigungsmöglichkeit; zugleich veränderte sich das Partei- und Medienleben deutlich, weil SPD-nahe Strukturen wieder offener agieren konnten.
- Verurteilung von Alfred Dreyfus im Zuge der Dreyfus-Affäre (1894): Am 22. Dezember 1894 wurde der jüdische Offizier Alfred Dreyfus in Frankreich wegen angeblichen Landesverrats zu lebenslanger Verbannung verurteilt. Die Affäre entwickelte sich zu einem zentralen Konflikt um Justiz, Beweise und Antisemitismus in der Öffentlichkeit. Über Jahre hinweg spaltete sie die französische Gesellschaft, und schließlich führte der Fall zu einer Neubewertung der Beweislage sowie zur Rehabilitierung Dreyfus’.
- Schlacht von Adwa: Äthiopien siegt gegen Italien (1896): Am 1. März 1896 kam es bei Adwa in Äthiopien zur entscheidenden Schlacht zwischen dem kaiserlichen Äthiopien und den Truppen Italiens. Der Sieg Äthiopiens verhinderte zunächst die erfolgreiche Kolonialisierung Äthiopiens durch Italien und machte den Verlauf der europäischen Expansion in der Region vorübergehend rückgängig. Die Schlacht wurde später zu einem Symbol für Widerstand gegen koloniale Unterwerfung und hatte weitreichende politische Folgen in Ostafrika.